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Bodenwerder (ag/dy). Das wechselhafte Wetter ist die größte Herausforderung für die 24 Pflastermaler, die am Wochenende die Fußgängerzone von Bodenwerder gegen das heimische Atelier getauscht haben. So wie Jürgen Janßen aus Geldern, schon zum achten Mal dabei, dessen Werk „Dem Künstler über die Schulter geschaut – Die Entstehung des Bildes“ am Samstag unter dem Regen gelitten hat. „Die Zelte sind undicht. Der obere Teil des Bildes war fertig und nach dem Regenschauer am Nachmittag stand eine Wasserfläche darauf.“ Doch der Profi weiß sich zu helfen. Mit Toilettenpapier wurde die Überschwemmung vorsichtig abgetupft, um den Untergrund zu retten, und Sonntag ist das Selbstbildnis dann trotzdem so gut wie fertig.

Die gute Laune lässt sich auch Malerin Daniela Manthey aus Bremen trotz Regen nicht vermiesen. „Leider hat das alles gestern gelitten durch zwei Wolkenbrüche, aber wir haben einfach weitergemacht und das Resultat heute ist freundlich, fröhlich, Bodenwerder.“, freut sie sich über ihr abstrakt-buntes Bild „Das Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi“ und die Ausdauer ihrer Kollegen. Sie ist zum sechsten Mal dabei und bedauert das etwas verhaltene Zuschauerinteresse am Samstag. „Wenn die Sonne rauskommt, sind die Leute da, aber wenn ein Regenschauer kommt, natürlich auch schnell wieder weg. Die Interaktion mit den Leuten, die sich die Bilder anschauen, ist eigentlich immer das Schönste.“

Ein Newcomer noch ist sozusagen Peter Kleinsorge aus Hessisch Oldendorf. Vor zwei Jahren für seine Tochter eingesprungen hat er Spaß an der Straßenmalerei gefunden. Erstaunt steht Alfred Hüttig aus Hameln vor Maler und Bild, kennt er Peter Kleinsorge doch nur als Schausteller mit dem nostalgischen Karussell, das gleich neben dem Bild „4 Jahreszeiten“ steht. Familie Hüttig kommt grad vom Schuhkauf beim verkaufsoffenen Sonntag und ist ebenso angetan von der Veranstaltung, wie Heinz und Brigitte aus Siekholz (Schieder-Schwalenberg). „Schön, wenn hier in Bodenwerder was los ist. Es lohnt sich jedes Jahr wieder, hierher zu kommen.“

War das Wetter den Künstlern gestern noch hold, so setzte dann aber doch kurz vor der Siegerehrung der Regen wieder ein. Mit Urkunden und Geldprämieren wurden die Erstplatzierten von Friedel Lages, stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister, belohnt: Gregor Wosik (Mönchengladbach), Jürgen Janßen (Geldern), Irina Bögel (Bodenwerder), Melina Berg (Medebach/Sauerland) und auf Platz fünf Marion Ruthardt (Rheinhausen) – Hündin Paula natürlich wie jedes Jahr wieder dabei. Ein hohes Niveau attestierte Lages allen beteiligten Künstlern. Mit „Josef als Zimmermann“ malte sich Nikolaj Bestschjotnyi (Bodenwerder) in die Herzen der Besucher und erhielt den mit 150 Euro datierten Publikumspreis.

Der diesjährige Pflastermaler-Wettbewerb fand an dem Wochende 28./28. August statt.